Vernarbtes Tattoo: Behandeln, nachstechen oder entfernen lassen? 2019-11-27T15:23:54+00:00

Vernarbtes Tattoo: Behandeln, nachstechen oder entfernen lassen?

Tattoos haben das Image von hässlichen Bildchen unter Knastbrüdern, selbst gestochen mit Nähnadel und Kugelschreiberminen, längst hinter sich gelassen. Ja sie sind salonfähig geworden und ihre Träger stellen sie voller Stolz zur Schau. Denn in vielen Fällen sind sie nicht nur Körperschmuck: Sie transportieren eine Message, stehen für eine Lebensphilosophie oder verewigen ein besonderes Ereignis. Allerdings kann auch einiges schief gehen – und man möchte das neue Schmuckstück am liebsten verstecken. Ein vernarbtes Tattoo kann die Optik, je nach Ausprägung, stark beeinträchtigen. Die Enttäuschung ist groß – aber Sie müssen sich nicht damit abfinden. Lesen Sie hier, wie Sie ein vernarbtes Tattoo wieder loswerden können.

Normaler Heilungsprozess oder vernarbtes Tattoo?

Beim Tätowieren wird die Haut mit einer Hohlnadel durchgestochen und dabei verletzt. Gleichzeitig wird die Farbe durch die Nadel in die Dermis (zweite Hautschicht) gebracht. Nach der Prozedur muss sich die Haut regenerieren. Im Laufe der Wundheilung ist es ganz normal, dass sich Krusten und Schorf bildet. Bleiben mehr oder weniger stark ausgeprägte Unebenheiten aber auch nach der Abheilung, also länger als vier Wochen, bestehen, haben sich höchstwahrscheinlich während der Heilung Narben gebildet.

Narbenbildung – wie kann das passieren?

Viele unglückliche Träger eines vernarbten Tattoos neigen dazu, den Tätowierer für das unbefriedigende Ergebnis verantwortlich zu machen. Natürlich steigt die Gefahr der Narbenbildung, wenn das Studio Ihrer Wahl unsauber arbeitet. Sterile Nadeln und ein hygienisches Umfeld sind Standard für jeden seriösen Tätowierer. Zudem sollte die verwendete Tätowierfarbe der deutschen Tätowiermittelverordnung entsprechen. Diese regelt, welche Stoffe enthalten sein dürfen (und welche nicht). Die Farben müssen mit Inhaltsstoffen, Haltbarkeitsdatum und Hersteller gekennzeichnet sein.

Vernarbtes Tattoo: ungenügende oder ungeeignete Pflege als Ursache

Weitaus häufiger als ungenügende Studiobedingungen oder eine schlechte Technik ist die fehlerhafte Pflege des Tattoos verantwortlich für die Narbenbildung. Das frischgestochene Tattoo wird schon im Studio mit einer pflegenden Creme behandelt und durch eine Folie geschützt. Entfernen Sie diese erst nach zwei bis drei Stunden. Es ist normal, dass sich Tintenreste absetzen. Sie können mit klarem Wasser abgespült werden. Verwenden Sie keine Seifen oder andere Waschzusätze, die die Haut strapazieren. Rubbeln Sie die Haut nicht trocken, sondern tupfen Sie sie behutsam ab.

In den nächsten zwei bis vier Wochen sollten Sie Ihr Tattoo mehrmals täglich eincremen. Die Haut darf nicht spröde werden. Die Bildung von leichtem Schorf ist normal, da die Wunde ein Sekret absondert. Grobe Krusten dagegen sind ein Alarmzeichen – Ihre Haut benötigt mehr Feuchtigkeit. Cremen Sie intensiver, um das Risiko der Narbenbildung zu senken.

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Frische Luft – gerne; Sonne: nein, danke!

Zwar sollten Sie die verletzte Haut in der ersten Zeit beispielsweise durch eine Folie vor Reibung schützen. Aber frische Luft fördert die Wundheilung. Setzen Sie Ihr Tattoo also so oft wie möglich an die Luft (was abhängig von der Körperregion mal einfacher, mal schwieriger umzusetzen ist). Sonne sollten Sie allerdings generell meiden. Die UV-Strahlen setzen der Haut zusätzlich zu und erhöhen somit wiederum das Risiko, dass Narben zurückbleiben.

Knibbeln verboten! Ihre Haut braucht jetzt Ruhe

Es sollte selbstverständlich sein, kann aber ganz schön hart sein. Wenn die Wundheilung einsetzt, fängt der Bereich an zu jucken. Kratzen ist natürlich streng verboten. Ebenso wie das knibbeln an Schorf und Krusten. Ziehen Sie keinesfalls daran herum oder versuchen, es abzukratzen.

Tattoo vernarbt: Was tun?

Wenn das Kind in den Brunnen gefallen und sich Narben gebildet haben, gibt es drei mehr oder weniger effektive Lösungsansätze, auf die wir hier näher eingehen wollen.

Behandeln

Es dauert ungefähr zwei Jahre, bis eine Narbe ihren endgültigen Zustand erreicht hat. So lange ist es möglich, sie positiv zu beeinflussen. Das gilt natürlich auch für Tattoo-Narben. Die Behandlung des vernarbten Gewebes ist ähnlich wie die Pflege der Wunde (also des frischen Tattoos):

  • Sonne meiden (Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden)
  • Reibung, zum Beispiel durch Kleidung, vermeiden
  • Narbe geschmeidig halten: Spezielle Narbengele verhindern Entzündungen und wirken Wucherungen des Bindegewebes entgegen

Mit der richtigen Behandlung können Sie die Narben zwar weicher und unauffälliger machen. Gänzlich verschwinden werden sie aber nicht mehr.

Vernarbtes Tattoo nachstechen

Ein Cover Up ist eine geeignete Methode, um ungeliebte oder missglückte Tattoos zu überdecken. Bei Narbenbildung kann es dazu beitragen, die Narben unauffälliger werden zu lassen. Das erfordert sehr viel Geschick und Können seitens des Tätowierers. Zaubern kann er allerdings nicht -ganz verschwinden lassen kann auch er sie nicht. Wenn Sie diese Möglichkeit in Betracht ziehen, sollten Sie ein Studio suchen, das sich auf Cover Ups spezialisiert hat.

Vernarbtes Tattoo entfernen

Wenn die Narben Ihr Tattoo unwiderruflich verunstalten, ein Cover Up unmöglich ist oder für Sie aus anderen Gründen nicht infrage kommt, können Sie das Tattoo auch komplett entfernen lassen. Dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten:

  • Abschleifen der Haut
  • Bestrahlung mit Infrarotlicht
  • IPL-Technologie (ähnlich wie Laser; arbeitet mit dem gesamten Lichtspektrum. Nur für bestimmte Farben geeignet)
  • Laserbehandlung (modernste und erfolgversprechendste Methode)

Der Tattoolaser beschießt die Farbpigmente in der Haut mit einem kurzen Lichtstrahl, der eine bestimmte Wellenlänge besitzt. Die freigesetzte Energie zerbröselt das Farbpigment. Das umliegende Hautgewebe bleibt dabei unverletzt. Bis die Farbteilchen vollständig resorbiert werden, können bis zu zwei Monate vergehen.

Jede Farbe reagiert unterschiedlich; manche sind einfach zu lasern, andere lassen sich nur schwer entfernen. Der Erfolg der Behandlung hängt darüber hinaus auch von der Hautdicke und der Lage der Farben ab. Wurde die Farbe in mehreren Schichten tätowiert, sind mehrere Sitzungen nötig, sie zu entfernen. Eine Garantie, dass das Tattoo vollständig entfernt werden kann, gibt es nicht.

Fazit

Vorsorge ist besser als Nachsorge – am einfachsten ist es, Narbenbildung von vornherein zu minimieren. Kalkulieren Sie lieber ein paar Euro mehr ein und investieren Sie in die Arbeit eines professionellen Studios. Anschließend sind Sie gefragt: Die richtige Pflege ist das A und O, um Narbenbildung zu verhindern. Haben Sie bereits ein vernarbtes Tattoo, das nicht älter als zwei Jahre ist, können Sie durch Narbenpflege die Auswirkungen abmildern. In manchen Fällen kann auch ein Cover Up die Narben unauffälliger wirken lassen. Wenn das für Sie nicht infrage kommt, können Sie das Tattoo weglasern lassen.

Quellen:
Tatto-frei.com
lifeline.de/beauty-und-wellness/piercing-tattoo/tattoo-hautpflege-id97932.html
tattooritual.de/verwendete-farben/
brigitte.de/woman/gesundheit/gesund-werden/haut–was-sie-gegen-narben-tun-koennen-10157136.html
giga.de/extra/tattoos/specials/cover-up-tattoos-die-beste-alternative-zur-entfernung-das-gibt-es-zu-beachten/