Cover Ups 2019-09-25T13:12:50+00:00

Tattoo Cover-Up: aus alt mach neu

Die peinliche Jugendsünde, der Name des Ex-Partners oder ein durch und durch missglücktes Tattoo-Motiv sollen ungeschehen gemacht werden. Echte Fans stehen zu ihren Tattoos, weil sie eine Lebensgeschichte erzählen. In diesem Fall kann ein Tattoo aufgefrischt und verschönert werden. Doch Lebensgefühl und Lebensziel können sich ändern und das Motiv soll verschwinden. Hochwertiges Make-up kann eine unerwünschte Tätowierung kurzzeitig abdecken. Zombie Boy Rick Genest, der weltweit bekannteste Ganzkörper-Tätowierte lässt sich für ein Werbevideo sämtliche Tätowierungen überschminken. Die Prozedur dauert mehrere Stunden und ist für den Alltag nicht geeignet. Und nun? Die Lösung lautet entweder Laserentfernung oder Cover Ups. Mit einem Cover-up-Tattoo werden ungewollte Tattoos durch eine neue Tätowierung überstochen.

Kann man jedes Tattoo mit einem Cover Up überdecken?

Im Prinzip ja. Es kommt auf die Größe und Intensität des alten Motivs an. Das Cover Up wird immer größer und vor allem dunkler als das Ursprungsmotiv sein. Bei Cover Ups werden die Farbpigmente in dieselben Hautschichten eingebracht, die bereits mit Farbpigmenten des alten Tattoos angereichert sind. Vernarbungen erschweren das Stechen eines neuen Motivs. Ein guter Tattookünstler ist jedoch bestrebt, durch neue Farb- und Formgestaltung vom alten Motiv abzulenken und etwas Neues und Großartiges zu schaffen. Von Vorteil sind viele helle Hautflächen. Je kleiner, heller und unschärfer das alte Motiv ist, desto wirksamer wird das Cover-up-Tattoo. Bei sehr dunklen, großflächigen Tattoos wird eine teilweise Motiventfernung mittels Laserbehandlung empfohlen. Mit der Neugestaltung muss dann allerdings etwa ein halbes Jahr gewartet werden, bis sich die Haut regeneriert hat.

Tattoo Cover-up am Arm
© Herco / Pixabay

Das Wunschmotiv ist mit dem alten Tattoo nicht kompatibel?

Die Idee für Cover Ups sind im Vorfeld sorgfältig mit dem Tätowierer abzusprechen. Er ist der Fachmann und weiß, welches Motiv er am besten umsetzen kann. Bei besonders schwierigen Fällen kann er kleiner Hautstellen auch mittels weißer Farbe aufhellen. Steht die Entscheidung für ein Überstechen fest und ist die Haut entsprechend vorbereitet, wird die Motiv-Idee über das alte Tattoo mit einem Stift skizziert. Computerprogramme helfen, das künftige Motiv auch an schwer einsehbaren Stellen zu entwerfen und für den Kunden sichtbar zu machen. Wichtig ist ein Gleichgewicht zwischen hellen und dunklen Hautarealen, damit das neue Tattoo aus der Entfernung nicht wie ein dunkler Fleck wirkt. Dann lieber gleich ein Black-Out-Tattoo. Eine schwarze Fläche wäre die effektivste Variante, ein ungeliebtes Tattoo komplett zu überdecken. Wenn selbst das neue Tattoo nicht den Vorstellungen entspricht, besteht diese Möglichkeit später immer noch.

Welcher Stil eignet sich für gestaltete Cover Ups am besten?

Motivauswahl und Farbgestaltung sind für Cover-up-Tattoos begrenzt und richten sich nach Art und Größe des Urspungs-Tattoos. Nicht jeder Tattoo-Stil eignet sich zum Abdecken. Filigrane Motive und Pastellfarben sind für Cover Ups ungeeignet, es sei denn der Tätowierer kann das Motiv in das neue Tattoo integrieren. Zum Überdecken hervorragend geeignet sind hingegen plakative Stile, bei denen großflächig mit Schwarz, mit kräftigen Konturen und dunklen Farben gearbeitet wird. Hierzu gehören Tribals, Neo-Traditionals, Biomechanik-Motive, Asia-Motive sowie Black Outs. Grundsätzlich gilt: Ein kleines, blasses Tattoo kann sehr gut unter einem großen kräftigen Cover Up verschwinden. Wenn ohne Laservorbehandlung gestochen wird, kann es vorkommen, dass nach einigen Jahren das alte Motiv als Schatten durchscheint. Eine Auffrischung ist dann zwingend erforderlich.