Tattoo-Allergie 2018-01-31T19:15:42+00:00

Die Tattoo-Allergie: Wissenswertes zu Risiken und Behandlungsmöglichkeiten

Sowohl bei „Tattoo-Neulingen“ als auch bei Menschen, die bereits die ein oder andere Tätowierung auf der Haut tragen, kann es nach dem Stechen eines Tattoos zu unangenehmen Hautreaktionen kommen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Substanzen eine solche Tattoo-Allergie auslösen können und wie sich die allergischen Reaktionen in den Griff kriegen lassen.

Der Tattoo-Allergie auf der Spur: Was ist überhaupt eine „Allergie“?

Unter Allergien versteht man Abwehrreaktionen des Immunsystems gegen körperfremde Stoffe. Doch nicht immer sind sie gegen tatsächlich gefährliche Substanzen gerichtet: Lebensmittel oder harmlose Pollen gehören zu den möglichen Allergieauslösern. Bei wiederholtem Kontakt mit der entsprechenden Substanz bilden sich Antikörper, die wiederum für die typischen Allergiesymptome verantwortlich sind. Die allergische Reaktion kann unterschiedlich stark ausfallen. Leichte Allergien äußern sich z.B. in Form von Juckreiz oder einem Kratzen im Hals. Die schwerste Form – der anaphylaktische Schock – ist lebensgefährlich und muss umgehend von einem Arzt behandelt werden!

Hauptauslöser der Tattoo-Allergie sind die in der Tinte enthaltenen Substanzen, auf die Ihr Körper ebenfalls allergisch reagieren kann. Weitere Möglichkeiten sind Verunreinigungen der Nadel oder eine Überempfindlichkeit auf die Latexhandschuhe des Tätowierers.

Folgende Substanzen können eine Tattoo-Allergie auslösen

Da allergische Reaktionen individuell unterschiedlich sind und jeder Körper anders auf bestimmte Stoffe reagiert, lassen sich keine definitiven Aussagen darüber treffen, in welchen Fällen es zu den Symptomen einer Tattoo-Allergie kommt. Allerdings wird bei Farben mit Metallverbindungen ein höheres Allergierisiko vermutet:

  • Als besonders riskant gelten dabei Rottöne, die Quecksilber, Mangan oder Kadmium enthalten.
  • Grün enthält Chrom,
  • Blau vor allem Kobaltverbindungen.
  • Die braune Farbe setzt sich hingegen aus Kadmium oder Eisenoxid zusammen.
  • Bei kadmiumbasiertem Gelb ist zusätzlich eine erhöhte Lichtempfindlichkeit bekannt.

Neben den Farbpigmenten können auch Zusatzstoffe, wie beispielsweise die verwendeten Konservierungsmittel, eine Allergie auslösen. Auch bei temporären Tätowierungen wie Henna-oder Klebe-Tattoos besteht das Risiko einer allergischen Reaktion. Denn sowohl Henna als auch die Kleb- und Farbstoffe der sogenannten „Fake-Tattoos“ können Ausschläge verursachen.

Typische Symptome einer Tattoo-Allergie

Gerade bei frischen Tätowierungen lässt sich eine Tattoo-Allergie nicht immer eindeutig diagnostizieren. So sind Schwellungen der Haut nach dem Stechen normal, ebenso entzündliche Hautreaktionen, die allerdings nicht allergischen Ursprungs sind. Typische Allergiesymptome sind hingegen Ekzeme oder Quaddeln. Vor allem, wenn sich die Symptome nur an Hautstellen mit derselben Farbe zeigen, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine allergische Reaktion. Der Hautausschlag muss aber nicht scharf begrenzt sein. Er kann sich über die gesamte Tätowierung oder sogar darüber hinaus ausbreiten. Sobald Sie derartige Allergieanzeichen bei sich feststellen, sollten Sie in jedem Fall beobachten, ob sie lokal begrenzt bleiben oder sich ausdehnen. Letzteres deutet auf den Beginn einer ernst zu nehmenden Abwehrreaktion hin! Kommt es zu Atemproblemen, Fieber oder größeren Schwellungen, besteht außerdem das Risiko eines Schocks. Doch nicht immer tritt die Allergie sofort nach dem Stechen auf. In einigen Fällen dauert es sogar Monate oder Jahre, bis es zu den ersten Symptomen kommt.

Feststellen einer Tattoo-Allergie: Diagnose und ärztliche Betreuung

Sollten bei Ihnen im Anschluss an den Besuch im Tattoo-Studio der Verdacht einer allergischen Reaktion entstehen, ist ein unmittelbarer Arztbesuch ratsam. Der Hausarzt übernimmt dabei die Erstversorgung der betroffenen Hautstelle. Für eine weitere Behandlung und Diagnose der Allergie ist dann ein Dermatologe oder Allergologe zuständig. Setzen Sie sich ebenfalls mit dem Tätowierer in Verbindung und lassen Sie sich möglichst genaue Informationen über die verwendeten Farben und die Inhaltsstoffe der Tinte geben. Neben der Behandlung der allergischen Reaktion sollte zudem ein Allergietest (Epikutantest) durchgeführt werden. Hierbei werden mit einem Pflaster oder Patch bestimmte Allergene auf die Rückenhaut aufgebracht. Im Abstand von je 24 Stunden überprüft der Arzt mehrmals die Hautstellen auf mögliche allergische Reaktionen.

Therapie: Wie wird eine Tattoo-Allergie behandelt?

Die meisten Allergien lassen sich bisher nicht vollständig heilen. Die Therapie basiert deshalb auf der Bekämpfung der Symptome sowie der Vermeidung des Kontakts mit allergieauslösenden Substanzen:

  • Der erste Behandlungsschritt ist die Linderung der Hautreizungen. Um die Beschwerden zu mildern, wird die betroffene Hautstelle gekühlt.
  • Zusätzlich kann der Arzt Hydrokortison, antibiotische Salben oder, in schweren Fällen, auch Kortison-Präparate verschreiben.
  • Bei einer Überempfindlichkeit gegen einen bestimmten Farbstoff kommt es womöglich zu langanhaltenden allergischen Reaktionen. Hier wird der Arzt meist zur Entfernung des Tattoos raten. Wer sich zu diesem Schritt entschließt, sollte sich beraten lassen, ob eine Entfernung per Laser oder ein chirurgischer Eingriff die bessere Option ist.

Wenn Sie herausgefunden haben. auf welche Substanzen Sie allergisch reagieren, müssen Sie dauerhaft den Kontakt vermeiden, um weiteren Allergieschüben vorzubeugen. Vorsicht ist auch bei ähnlichen oder verwandten Substanzen geboten, da diese eine sogenannte Kreuzallergie auslösen können.

Prophylaxe: So können Sie das Risiko einer Tattoo-Allergie verringern

Falls Sie trotz bekannter Allergieneigung nicht auf ein Tattoo verzichten möchten, lohnt es sich die Suche nach einem Tattoo-Studio, das ausschließlich Farben mit hypo-allergenen Pigmenten verwendet. Generell gilt: Suchen Sie sich immer einen seriösen Tätowierer, der viel Wert auf eine ausführliche und professionelle Beratung sowie die Einhaltung sämtlicher Hygienevorschriften legt. Auf diese Weise minimieren Sie auch das Infektionsrisiko. Pflegen Sie Ihr frisches Tattoo sorgfältig, indem Sie Reinigungs- und Hautpflegemittel verwenden, von denen Sie wissen, dass Sie sie gut vertragen. Meiden Sie außerdem direkte Sonneneinstrahlung, bis der Heilungsprozess vollständig abgeschlossen ist, da bei einigen Farben die Überempfindlichkeit erst im Zusammenspiel mit UV-Strahlung auftritt (photoallergische Reaktion).