Möglichkeiten der Tattooentfernung 2018-03-09T14:06:17+00:00

Welche Möglichkeiten zur Tattooentfernung sind empfehlenswert?

Sie möchten eine alte Tätowierung entfernen lassen, wissen aber nicht, wie? Inzwischen gibt es diverse Methoden, ein Tattoo im Nachhinein wieder zu entfernen: Neben chemischen Behandlungen, besteht z.B. auch die Möglichkeit, das Tattoo per Laser zu entfernen. Eventuell kommt aber auch das Stechen eines neuen Tattoos, ein so genanntes Cover-Up für Sie in Frage? In diesem Artikel zeigen wir Ihnen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren der Tattooentfernung und sagen Ihnen, von welchen Methoden Sie besser Abstand nehmen sollten.

Möglichkeit 1: Tattooentfernung per Laser

Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine Tätowierung weglasern zu lassen, sollte bedenken, dass es sich hierbei nicht um einen medizinischen, sondern einen ästhetisch-kosmetischen Eingriff handelt, weswegen die Tattooentfernung mit dem Laser nicht denselben Restriktionen unterliegt wie eine herkömmliche Operation. Somit gibt es zahlreiche verlockende Angebote, die versprechen, das Tattoo schnell und für wenig Geld zu entfernen. Da für einen solchen Eingriff keine medizinische Ausbildung erforderlich ist, kann es zu unerwünschten Komplikationen kommen, oder das Ergebnis ist, im besten Fall, nicht zufriedenstellend. Aus diesem Grund sollten Sie sich für die Tattooentfernung nur in die Hände eines qualifizierten Spezialisten begeben und derartigen „Schnäppchen“-Angeboten eher kritisch gegenüberstehen.

Das Tattoo weglasern lassen, achten Sie auf die Qualifizierung

Bei der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft finden Sie eine Auflistung qualifizierter Personen, die wissen, wie sie mit einem Laser umgehen müssen. Auch einige Hautärzte sind dazu berechtigt eine Laserbehandlung durchzuführen. Ein qualifizierter Arzt wird mit Ihnen im Rahmen eines ausführlichen Vorgesprächs abklären, ob und bis zu welchem Grad Ihre Tätowierung entfernt werden kann.

Die Entfernung des Tattoos – Ablauf einer Laserbehandlung

Bei der Tattooentfernung per Laser werden die Farbpigmente der Tinte zerstört und anschließend über die Lymphbahnen ausgeschieden. Die Tätowierung bleicht zunächst aus, bis sie letztendlich vollständig verschwunden ist. Hierfür sind in der Regel 6-12 monatliche Laseranwendungen nötig.  Eine Behandlung von noch mehr Sitzungen sollte gut überlegt sein, da die Haut ab diesem Zeitpunkt ihr eigenes Pigmentierungsvermögen verlieren kann. Pigmentstörungen können die Folge sein.

Wie schmerzhaft ist das Weglasern einer Tätowierung?

Ähnlich wie das Stechen einer neuen Tätowierung, ist auch das Entfernen eines alten Tattoos nicht völlig schmerzfrei. Da es während der Laserbehandlung zu einer Reizung der Nerven kommt und die kalte Luft Schmerzintensität zusätzlich steigert, kann das Auftragen einer Betäubungscreme oder die Einnahme von Schmerzmitteln vor der Behandlung hilfreich sein. Vielen Patienten beschreiben das Weglasern als ein leichtes Ziepen, vergleichbar mit dem Schnippen eines Gummibandes auf der Haut.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Um ein ideales Ergebnis zu erzielen, sollten Sie vor der Laserentfernung auf Solarienbesuche verzichten und die Sonne meiden. Ähnlich wie nach dem Besuch eines Tattoo-Studios, ist es ratsam, die Haut auch im Anschluss an eine Laserbehandlung zu schonen. Bedenken Sie außerdem, dass es möglich ist, dass Narben, die beim Stechen des Tattoos entstanden sind, nach der Entfernung der Tätowierung sichtbar werden.

Möglichkeit 2: Tattooentfernung mit Peelings

Häufig kommen bei der Entfernung von Tätowierungen verschiedene Peelings zum Einsatz. Doch welche Substanzen eignen sich wirklich, um ein altes Tattoo erfolgreich loszuwerden?

Tattooentfernung mit Salz?

Auch wenn man immer wieder von Menschen hört, die versuchen, ein Tattoo mithilfe von Salz „abzurubbeln“, ist diese Methode der Tattooentfernung nicht nur schmerzhaft, sondern auch sinnlos. Denn die menschliche Haut besteht aus zwei Schichten, von denen das Salz nur die obere Schicht. Die Tinte der Tätowierung sitzt jedoch in der unteren Schicht. Von einer Tattooentfernung durch Salz ist also dringend abzuraten. Denn

  • behandeln Sie ein frisch tätowiertes Bild mit Salz, verlaufen die Farben und es verblasst. Zudem sorgt der Kontakt mit Salzwasser in der ersten Zeit oft dafür, dass das Tattoo nicht richtig abheilt und die Farben sehr schnell ausbleichen.
  • die betroffene Hautstelle kann sich entzünden.

Bei älteren Tattoos passiert beim Kontakt mit Salzwasser in der Regel gar nichts, außer, dass die Haut unnötig gereizt wird.

Chemische Peelings

Die Tattooentfernung mithilfe chemischer Peelings erfolgt in zwei Schritten:

  1. Mittels einer chemischen Substanz werden zunächst die oberen Hautschichten abgelöst und so die farbtragenden Hautschichten freigelegt.
  2. Durch einen Wasser- oder Sandstrahl bzw. ein weiteres chemisches Mittel können die Farben anschließend entfernt werden.

Da hierbei häufig stark ätzende Stoffe wie z.B. Fruchtsäure verwendet werden, kann der Heilungsprozess sehr lange dauern. Oft ist die Behandlung ohne örtliche Betäubung nicht möglich. Auch chemische Peelings können die Farbe der Haut nachträglich verändern.

Möglichkeit 3: Ein neues Motiv – mit der Cover-Up Technik

Eine günstige Alternative zur Entfernung eines Tattoos ist das Stechen eines neuen Motivs, das die alte Tätowierung überdeckt. Bei einem so genannten Cover-Up werden alte und neue Pigmente miteinander kombiniert und das neue Motiv ca. 1mm tief in die Haut eintätowiert. Diese Technik ist anspruchsvoll. Suchen Sie sich für Ihr Cover-Up also einen guten und erfahrenen Tätowierer. Wie bei jedem Tattoo sollten Sie vorher abklären, welches Motiv hierfür infrage kommt und ob das alte Bild überhaupt überdeckt werden kann. So kann es beispielsweise passieren, dass im Nachhinein noch Reste des alten Tattoos zu sehen sind.

Wie erfolgreich ist eine Tattooentfernung?

In vielen Fällen kann eine Tätowierung mittels der genannten Verfahren vollständig entfernt werden. Der Erfolg der Behandlung hängt unter anderem auch von der Größe sowie der Farbe des Tattoos ab. So lassen sich einfarbige schwarze oder blaue Tattoos relativ leicht entfernen, da sie kaum Farbpigmente enthalten. Bei professionellen Tätowierungen in zahlreichen, bunten Farben ist die Entfernung wiederum schwieriger.