Tattoo entzündet? Symptome und Behandlungsmöglichkeiten 2019-07-19T07:30:18+00:00

Tattoo entzündet? Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung ist in Deutschland etwa jeder Zehnte tätowiert. In der Altersklasse der 16- bis 29-Jährigen sind sogar 23 Prozent tätowiert, mit steigender Tendenz. Der Regensburger Hautarzt Prof. Dr. Philipp Babilas erklärt, dass beim Tätowieren die Integrität der Haut verletzt wird. Es kann zu akuten Reaktionen wie Entzündungen kommen. Ein entzündets Tattoo muss nicht entfernt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, es zu behandeln.

Ursachen für Entzündungen von Tattoos

Die Hautbarriere bildet einen natürlichen Schutz vor Keimen. Beim Tätowieren wird sie perforiert. Infektionen können durch eindringende Erreger entstehen, zu denen

  • Pilze
  • Bakterien
  • Herpes-, Papilloma– und Hepatitis-Viren

gehören. Diese Erreger können sich ungehindert in der Haut ausbreiten und zu Infektionen führen. Auch Granulome als knotenartige Wucherungen können sich bilden. Auf die Inhaltsstoffe des Tätowiermittels können empfindliche Kunden allergisch reagieren. In verschiedenen Tätowierfarben kann Nickel enthalten sein, das zu schwerwiegenden Kontaktallergien führen kann. Infektionen und Entzündungen können durch intensive Sonneneinstrahlung begünstigt werden. Forscher vermuten, dass die Perforierung der Haut auch zu Einschränkungen der Hautfunktionen wie Schwitzen führen kann.

Woran Sie ein entzündetes Tattoo erkennen

Die Beeinträchtigung der Hautfunktionen durch Tattoos ist bislang noch wenig erforscht, doch der Dermatologe Prof. Dr. Philipp Babilas vermutet, dass es vor allem durch großflächige Tätowierungen zu Entzündungen kommen kann. Studien über die Häufigkeit gesundheitlicher Probleme im Zusammenhang mit Tätowierungen sind kaum vorhanden, da Infektionen aufgrund von Tätowierungen nicht meldepflichtig sind. Juckreiz, Rötungen und Schwellungen der Haut sind nach dem Tätowiervorgang völlig normal, da es sich um einen Eingriff handelt. Problematisch wird es, wenn es zu

  • langanhaltendem Juckreiz
  • starken Schwellungen der Haut rund um das Tattoo
  • Schmerzen noch mehrere Tage nach dem Stechen
  • lange anhaltenden und verstärkten Rötungen um das Tattoo
  • Bildung von Eiter
  • erhöhter Körpertemperatur
  • grippeähnlichen Symptomen
  • roten Linien um die Tätowierung

kommt. Bemerken Sie eines oder mehrere dieser Symptome, kann es sich um entzündliche Reaktionen handeln. Hier sollten Sie keine Zeit verlieren und einen Arzt konsultieren.

Handlungsbedarf bei Entzündungen von Tattoos

Liegt nur eine leichte Entzündung eines Tattoos vor, können Sie sie selbst behandeln. Sie können eine cortisonhaltige Salbe oder eine Zinksalbe auf das Tattoo und die umliegende Haut auftragen. Die Tätowierung sollten Sie mit einer Mullbinde abdecken, damit sie nicht mit der Kleidung und mit verschiedenen schädlichen Stoffen aus der Umwelt in Berührung kommt. Die Reinigung der Tätowierung sollte zweimal täglich mit einer seifenfreien Waschlotion und Wasser erfolgen. Bemerken Sie jedoch eine erhöhte Körpertemperatur, grippeähnliche Symptome, Eiterbildung oder rote Linien um die Tätowierung, sollten Sie umgehend einen Arzt konsultieren. Diese Symptome deuten auf schwerwiegende Infektionen hin. Bei grippeähnlichen Symptomen kann der Arzt Antibiotika verordnen. Zeigen sich rote Linien um die Tätowierung, kann eine lebensbedrohliche Blutvergiftung vorliegen. Eine ärztliche Behandlung ist unerlässlich.

Behandlung von entzündeten Tattoos

Liegt eine Entzündung oder eine allergische Reaktion rund um das Tattoo vor, wird der Arzt zuerst mit Medikamenten behandeln. Ist die medikamentöse Behandlung erfolglos, muss die Tätowierung operativ entfernt werden. Eine Narbe bleibt zurück. Handelt es sich um ein großflächiges Tattoo, kann bei der operativen Entfernung eine Hauttransplantation erforderlich werden. Verschiedene Farben können verstärkt zu allergischen und entzündlichen Reaktionen führen. Das ist besonders bei der Farbe Rot der Fall. Eine Blutvergiftung verlangt sofortiges Handeln.

Kostenübernahme bei Komplikationen

Kommt es zu Komplikationen mit einem Tattoo, müssen die gesetzlichen Krankenkassen eine Behandlung nicht bezahlen. Der Arzt muss entscheiden, ob er eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für den Patienten ausstellt oder ob der Patient für die Dauer der Behandlung Erholungsurlaub nehmen muss. Gemäß Paragraf 52, Absatz 2 SGB V muss die Krankenkasse den Patienten in angemessener Höhe an den Kosten für die Behandlung beteiligen, wenn es zu Komplikationen durch medizinisch nicht notwendige Maßnahmen wie Tätowierungen kommt. Die Krankenkasse kann das Krankengeld für die Dauer der Behandlung ganz oder teilweise versagen. Liegt keine Zusage über die Kostenübernahme durch die Krankenkasse vor, kann die Behandlung privat erfolgen. Der Patient kann die Rechnung bei der Krankenkasse einreichen und versuchen, eine teilweise Kostenerstattung zu erhalten.

http://www.aerztliches-journal.de/medizin/dermatologie/laser/risiken-von-tattoos-gehen-unter-die-haut/70eab41fde9f394614d67a1134c59f59/

https://www.aerzteblatt.de/archiv/182741/Risiken-fuer-bakterielle-Infektionen-nach-Taetowierungen

https://praxistipps.focus.de/tattoo-entzuendet-symptome-und-behandlung_106311

https://www.uniklinik-freiburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detailansicht/presse/632.html?tx_aspresse_pi1%5BbackLink%5D=1570

https://www.safer-tattoo.de/risiken.html

https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/praxismanagement/praxisfuehrung/article/662699/pfusch-piercing-co-zahlt.html