Bio Tattoos 2019-11-06T11:45:03+00:00

Bio-Tattoos: Echte Alternative oder Marketingtrick?

Verspricht man sich von Tattoos nur eine temporäre Haltbarkeit, so scheinen Bio-Tattoos eine Alternative zu permanent gestochenen Tattoos zu sein. Ob diese Erfindung der 90er Jahre hält, was sie verspricht und mehr Informationen dazu erfahren Sie hier.

Was sind Bio-Tattoos?

Bio-Tattoos, auch Temptoos genannt, sollen sich nur temporär auf der obersten Hautschicht, der Epidermis, halten und nach einigen Jahren von selbst verschwinden. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Tatsächlich ist das auch nur die halbe Wahrheit.

Das „Bio“ im Tattoo bedeutet nicht etwa biologische Farbe, sondern die Art und Tiefe des Stechens. Für das Bio-Tattoo werden dünnere Nadeln verwendet. Die Farbpigmente werden nur in die Epidermis gestochen, wo sich die Haut regelmäßig erneuert, also ein biologischer Vorgang der Hauterneuerung das Tattoo verblassen lässt. Weil diese Technik beim Permanent-Make-Up verwendet wird, bieten auch Kosmetik-Studios Bio-Tattoos an.

Nachteile der Bio-Tattoos

Der Erneuerungsprozess der Haut spielt sich in der Epidermis ab, wo das Bio-Tattoo gestochen werden soll. Hier tritt auch schon das erste Problem zutage: Es ist nahezu unmöglich, ausschließlich in dieser Hautschicht zu bleiben, die von 0,05 bis maximal 1,5 Millimeter dick ist – je nach Körperareal. Es passiert schnell, dass der Tätowierer mit der Nadel tiefer sticht und dann sind die Pigmente in der Lederhaut, der Dermis, dauerhaft eingebracht. Hinzu kommt die individuelle Hautdicke, die bei jedem Menschen anders beschaffen ist.

Es wird damit geworben, dass diese Art der Tattoos einige Jahre hält. Tatsächlich entspricht die eigentliche Dauer dem Erneuerungsprozess der Epidermis, der sich besagte 28 Tage wiederholt. Bleibt das Tattoo länger, wurde in die Dermis-Schicht gestochen. Häufig werden dabei spezielle Farben verwendet, die auf Licht reagieren und aus diesem Grund mit der Zeit heller werden und schließlich partiell verblassen.

Wie das Tattoo aussieht, wenn es „verschwindet“

Ein Bio-Tattoo löst sich nicht von einen Tag auf den anderen in Luft auf, sondern beginnt entweder aufgrund der eingesetzten Farben zu verblassen oder die obere Hautschicht verhornt und fällt ab. In den meisten Fällen wird das Bio-Tattoo fleckig, weil es sich stellenweise auf natürliche Weise ablöst aber an anderen Stellen die tiefere Hautschicht, die permanent tätowiert wurde, bleibt.

„Ephemeral Tattoos“: Verrücktes Experiment oder Produkt der nahen Zukunft?

An der New York University arbeitet ein Team an einer neuen Tinte, die nach 3, 6 und 12 Monaten vollständig verschwinden soll. Mithilfe einer speziellen Lösung sollen die Farbmoleküle in der Haut dazu angeregt werden, sich aufzulösen. Ab Mitte 2018 wird das Produkt erhältlich sein. Kostenpunkt liegt bei 50-100 Dollar pro Tattoo.

Bio-Tattoos sind in den wenigsten Fällen eine zufriedenstellende Lösung. Zudem gibt es keine Garantie, dass die Farbpigmente nicht in die tiefere Hautschicht gestochen werden. Die Ephemeral Tattoos scheinen eine vielversprechende Lösung für alle zu sein, die sich ein temporäres Tattoo wünschen. Jedoch liegen noch keine längerfristigen Dokumentationen oder Erfahrungswerte vor.

Wirkliche Alternativen zu permanenten Tattoos:

  • Überlegenswert für alle, die Tattoos als Trend sehen, sind klebbare Tattoos, die sich einfach wieder entfernen lassen.
  • Airbrush-Tattoos zaubern kurzzeitige Motive mittels Schablone und Airbrush-Technologie auf die Haut.
  • Eine andere Alternative stellen Henna-Tattoos dar. Sie sind im engeren Sinn eine Bemalung, die etwa 1-3 Wochen hält. Chemische Einwirkung, Sonne, Sand und Reiben der Haut beeinflusst die Haltbarkeit.

Vorsicht ist bei allen Arten von Tattoos gegeben. Sowohl gestochene Tattoos als auch Bemalungen mit Henna-Farben bergen Risiken. Daher ist unbedingt auf Hygiene und Sterilität des Tattoo-Studios achten! Die richtige Tattoopflege kann dafür sorgen, dass Risiken minimiert werden.